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Culinary Challenge

Singapore 2010

25. November 2010 / 15 Uhr
Drei Weltmeistertitel für die Schweiz

Die helvetischen Köche hohlen drei Weltmeistertitel in die Schweiz. Mit zusätzlich zwei Vizeweltmeistertiteln und 9 Goldmedaillen ist die Schweiz das erfolgreichste Land an der WM der Köche.

Die Juniorenkochnationalmannschaft, das Regionalteam der Aargauer Gilde und das Team Compass holten drei Weltmeistertitel in die Schweiz. Die Schweizer Nationalmannschaft der Armeeköche und das Team der Gilde etablierter Schweizer Köche holten sich den Vizeweltmeistertitel. Die Schweizer Kochnationalmannschaft wurde in einer enorm starken Konkurrenz hinter Singapur, Schweden und USA Vierte.

Souveränes Juniorenteam
Mit grossem Vorsprung holte sich das Junioren Nationalteam den Weltmeistertitel vor Norwegen und Portugal. Sowohl der kalte Ausstellungstisch als auch das warme Menü für 100 Personen wurde mit Bestnoten bewertet. Die Desserts und Pralinen (Friandises) wurden sogar mit der Maximalnote 100 belohnt. „Ein unglaublicher Erfolg und eine grosse Genugtuung für das Team und für uns als Betreuer“, erklärte Teambetreuer Rolf Mürner. „Wir haben so lange und so hart für diesen Erfolg gearbeitet. Es ist ein unglaubliches Gefühl, den Pokal jetzt in Händen zu halten“, so Teammitglied Daniela Manser. Nach dem Vize-Olympiatitel vor zwei Jahren in Erfurt ist dieser Erfolg an der Koch-WM der Höhepunkt des Teams.

Militärteam mit fehlendem Wettkampfglück
Das Schweizer Militärteam holte sich hinter Schweden und vor den Deutschen den Vize-Weltmeistertitel. Trotz leiser Enttäuschung ob der verpassten Titelverteidigung zeigte den Olympiasieger von Erfurt eine konstant gute Leistung und hätte mit etwas mehr Wettkampfglück auch zuoberst auf dem Podest stehen können.

Kochnationalmannschaft mit starker Leistung
Den stärksten Wettkampf lieferten sich die weltbesten Kochnationalmannschaften. Auf äusserst hohem Niveau konnte das Schweizer Team mithalten und erreichte den sehr guten vierten Rang hinter den Überfliegern aus Singapur, Schweden und USA. Teamchef Kilian Michlig: „Wir haben gezeigt, dass die Schweiz den Anschluss an die Weltspitze nicht verloren hat. Und wenn man die tolle Leistung der übrigen Teams in Betracht zieht, sieht es in Sachen Nachwuchs in der Schweiz super aus. Wir können uns auf die nächsten Ausstellungen freuen.“

Aargauer im Hoch
Für einen echten Coup sorgte das Regionalteam der Aargauer Kochgilde. Vor zwei Jahren unterlag das Team noch in der Qualifikation um die Nationalmannschaft. Jetzt stieg das Team wie Phönix aus der Ausche auf und feierte unter Teamchef Sascha Müller mit dem Weltmeistertitel bei den Regionalteams den grössten Erfolg der Aargauer seit Jahren. Sascha Müller: „Es ist für das Team eine enorme Befriedigung, hier zuoberst auf dem Treppchen zu stehen. Wir sind alle völlig aus dem Häuschen. Jetzt wollen wir uns erst recht dafür einsetzen, in zwei Jahren neue Kochnationalmannschaft zu werden. Wir freuen uns auf die hochstehende Auseinandersetzung mit den übrigen Schweizer Regionalteams.“ Eines davon wird das Team der Gilde etablierter Köche sein, das hinter den Aargauern den zweiten Platz belegte. Und auch mit den Luzernern kann gerechnet werden, die in Luxemburg ebenfalls mit Gold auszeichnet wurden und den fünften Gesamtrang belegten.

Compass – Gemeinschaftsgastronomie auf höchster Ebene
Den dritten Weltmeistertitel holte das Team Compass in der Kategorie der Gemeinschaftsgastronomie in die Schweiz. Teamchef Christian Ecoeur: „Wir waren das erste Mal an einer derart grossen Ausstellung mit dabei und holen gleich den Titel. Das ist einfach unglaublich.“  Abgerundet wurde das Gaze durch solide Leistungen des Berner und Zürcher Teams mit je einer Silberauszeichnung. So gesehen kann sich der Schweizer Kochverband zu Recht als wettkampfstärkster Kochverbande der Welt fühlen. Die Schweiz ist nach wie vor Weltspitze in Sachen Kochkunst und ist mit den National- und Nachwuchsteams bestens gewappnet, diese Position in den nächsten Jahren zu halten wenn nicht sogar auszubauen.

24.11. 2010
Gold für unsere Jungs: Schweizer Köche im Goldrausch

Goldsegen für die Schweizer Kochteams an der Koch-WM in Luxemburg. Die Kochnationalmannschaft, die Junioren Kochnationalmannschaft und die Armee Nationalmannschaft wurden im kalten und warmen Programm für Ihre Leistungen mit Gold belohnt. Damit stehen alle drei Teams in der Poleposition im Rennen um den WM-Titel in Ihrer Kategorie.
 
Schnelligkeit, Genauigkeit und ein enorm hohes Mass an Professionalität haben die Kochnationalmannschaft und die Junioren gestern in der warmen Küche unter Beweis gestellt. In beeindruckender Manier schafften es die Teams in der vorgegebenen Zeit, die äusserst aufwendigen Dreigangmenüs für je 100 Gäste auf den Tisch zu bringen. Die Juroren bewerteten den Auftritt beider Teams mit klarem Gold.
 
Tadellose Kochnationalmannschaft
Am Mittag um 12 Uhr war der Beginn des warmen Wettbewerbs für beide Teams. „Wir müssen eine Granante raushauen“, hatte Teamcaptain Friedrich Zemanek vor dem Wettbewerb gesagt. Und das ist der Schweizer Kochnationalmannschaft bei der Vor- und Zubereitung des aufwendigen Dreigängers gelungen. Innert sechs Stunden wurden die rund 30 Komponenten von Vorspeise, Hauptgang und Dessert produziert – von Kartoffeln schälen bis zum Abschmecken der Sosse. „Obwohl wir aufwendigere Menüs mit mehr einzelnen Komponenten als die Konkurrenz auf dem Programm hatten, ist es sehr gut gelaufen und wir waren nie in Gefahr, den Zeitrahmen zu sprengen. Ich glaube, dass die Arbeit in der Küche die Juroren beeindruckt hat“, so Teamchef Kilian Michlig. Auch die Gäste waren begeistert von der Arbeit der Köche und kamen aus dem Schwärmen kaum heraus.
 
Beeindruckende Junioren
„Auch bei uns lief alles wie am Schnürchen“, freute sich Rasmus Springbrunn, einer von drei Teamverantwortlichen der Junioren Kochnationalmannschaft. „Nach dem starken Auftritt mit dem kalten Tisch waren wir topmotiviert und die Mädels und Jungs haben tolle Arbeit geleistet.“ Die Abläufe und die Organisation in der Küche vermochte die Juroren zu überzeugen. Geschmacklich war nichts auszusetzen.
 
Wer wird Weltmeister?
Jedes der drei Teams kann noch Weltmeister werden. In der besten Position stehen wohl die Junioren und das Armeeteam, der amtierende Olympiasieger von Erfurt. Grund: Bei den Kochnationalmannschaften ist die Konkurrenz am dichtesten. Nicht weniger als sechs Teams weisen zwei Mal Gold auf und können auf den WM-Titel hoffen. Die Detailbewertungen mit dem Schlussrang wird morgen Donnerstag um 10 Uhr an der offiziellen Preisverteilung verkündet. Aber schon jetzt ist klar, dass die Schweiz mit sechs Mal Gold für die Nationalteams und zwei Mal Gold für die Regionalteams (Aargauer Kochgilde und Team der Schweizer Kochgilde) die erfolgreichste Kochnation der Koch-WM 2010 ist.
 
11.00, W. Schön

23.11. 2010
Küchenkür mit Bravour bestanden

Schnelligkeit, Genauigkeit und ein enorm hohes Mass an Professionalität hat die Schweizer Kochnationalmannschaft heute in der Küche unter Beweis gestellt. In beeindruckender Manier schaffte es das Team in der vorgegebenen Zeit, das äusserst aufwendige Dreigangmenü für 100 Gäste 2auf den Tisch zu bringen. Jetzt schlägt die Stunde der Juroren – und der rund 100 Gourmets, die das Schweizer Menü geniessen dürfen.

Am Mittag um 12 Uhr war der Beginn des warmen Wettbewerbs. „Wir müssen eine Granante raushauen“, hatte Teamcaptain Friedrich Zemanek vor dem Wettbewerb gesagt. Und das ist dem Team bei der Vor- und Zubereitung des aufwendigen Dreigängers gelungen. Innert sechs Stunden wurden die rund 30 Komponenten von Vorspeise, Hauptgang und Dessert produziert – von Kartoffeln schälen bis zum Abschmecken der Sosse.

Die Abläufe und die Organisation in der Küche vermochte die Juroren zu überzeugen. Jetzt prüfen diese die Form des Anrichtens und vor allem den Geschmack der Gerichte. Die Resultate (ob es für Gold reicht) werden allerdings nicht vor morgen in der Früh bekanntgegeben. Und die Detailbewertungen mit dem Schlussrang werden erst am Donnerstagmorgen an der offiziellen Preisverteilung verkündet.
 
Unterstützt wurde das Team von zahlreichen Fans, den Freunden der Kochnationalmannschaft, die mit einer Hörerreise von RRO mit nach Luxemburg gekommen waren. Die Hundertschaft sorgte mit einem Fahnenmeer und Kuhglocken derart für Stimmung, dass selbst der Hallenspeaker und Speaker an benachbarten Ständen nicht mehr zu hören war und um etwas mehr Zurückhaltung baten – zum Glück mit wenig Erfolg.
 
19.15, W. Schön

23.11. 2010
Voll im Einsatz

Seit 12 Uhr ist das Team voll im Einsatz und alle sind gut in der Zeit. Die Patisserie kann sich für die Finessen im Schlussspurt Zeit lassen. Die Schmorgerichte sind angesetzt. Die frischen Fische und das Frischfleisch sind pariert und bereit für die Weiterverarbetung..
 
Das Team arbeitet ruhig und konzentriert, ohne Hektik und mit der gewohnten Professionalität. Zudem kommt immer wieder ein Motivationsschub von Seiten Fans, die zahlreich nach Luxemburg gekommen sind, um das Schweizer Team zu unterstützen.
 
Noch bleiben dreieinhalb Stunden Zeit, um das aufwendige Menü fertigzustelen und Publikum und Jury gleichermassen zu begeistern.
 
14.30, W. Schön

23.11. 2010
Der Tag der Wahrheit

"Heute muss es passen!" erklärte Friedrich Zemanek beim Frühstück. Besser kann man es auch nicht auf den Punkt bringen. Ab 10 uhr wird das Team die Küch auf dem Expogelände beziehen und dann erfolgt als erstes die Warenkontrolle. "Und die sei scheins sehr, sehr streng", hat Zemanek von einem amerikanischen Teammitglied erfahren. "Da werde alles untersucht und durchsucht. Nichts dürfe vorbereitet sein, kein Fleisch pariert und kein Gemüse geschnitten." Denn die neuen Regeln besagen, dass alles von A-Z innerhalb der sechs Stunden zwischen 12 und 18 Uhr vor- und zubereitet werden muss. Das hat einige Teams dazu veranlasst, einfachere Menüs zu zeigen, die voll auf die Karte Geschmack und Anrichten setzen und nicht so sehr auf das Handwerk und das Teamwork. Nicht so unser Team. Das sehr aufwendige Menü wird den Köchen alles abverlangen und jeder Fehler wird das Team ans Zeitlimit heranführen. Aber alle geben sich ruhig und gelassen. Denn jeder weiss, was er kann und hat das auch schon unzählige Male bewiesen. Aber jeder weiss auch, dass er über sich hinauswachsen muss, um den Traum vom Titel wahren zu können. Um 12 Uhr gehts los mit der Küche...also Daumen drücken.
 
9.30, W. Schön

22.11. 2010
Zeit für einen Blick auf Luxemburg

Luxemburg, oder besser gesagt das Grossherzogtum Luxemburg, ist mit rund 502'000 Einwohnern und einer Fläche 2586 km2 der zweitkleinste Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Offizielles Staatsoberhaupt der Parlamentarischen Monarchie ist Grossherzog Henri. Premierminister ist Jean-claude Joncker. Trotz seiner "kleinen Grösse" hat Luxemburg einige Bedeutung. Zum einen gehörte es zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (Vorläufer der heutigen EU) und vor allem auf dem Finanzmarkt spielt Luxemburg in der ersten Liga mit. 2000 Milliarden Euro werden zur Zeit in luxemburgischen Fonds verwaltet - das heisst Rang zwei hinter den USA. 149 Banken sind vor Ort vertreten und beschäftigen rund 50'000 Mitarbeiter - in etwas 14% der Gesamtbeschäftigung von Luxemburg.  Damit ist Luxemburg neben London DER Konkurrent in Sachen Finanzplatz für die Schweiz. Die Arbeitsloigkeit liegt zur Zeit bei rund 5.5%, die Drittniedrigste in der EU.
 
10.00 W. Schön

22.11. 2010
Neue Kraft nach verdientem Ruhetag

Der Sonntag wurde neben ein paar Aufräumarbeiten in erster Linie dazu genutzt, sich auszuruhen und Kraft zu tanken. Zudem kam das Gesellige beim gemeinsamen Nachtessen nicht zu kurz. Heute stehen in erster Linie Einkäufe auf dem Programm und am Nachmittag die Vorbereitung auf die morgige warme Küche.
 
Dankbar ist das Team auch für die Fanunterstützung aus der Schweiz. Zahlreiche Freunde der Kochnationalmannschaft sind mit der Hörerreise von RRO nach Luxemburg gekommen, um das Team zu unterstützen. Bereits am Samstag führte das Team die Fans am kalten Tisch in die Geheimnisse der Kochkunst ein. Heute Morgen begleitet das Team die Fans auf einer Stadtrundfahrt durch Luxemburg.
 
Dass ein Augenmerk des Teams auch den befreundeten Kochteams aus der Schweiz gehört, versteht sich von selbst. Die Armee, die Jugnednati, die Aargauer, die Luzerner und die Berner Regionalteams kämpfen in Luxemburg ebenfalls an vorderster Front für das Ansehen der Schweizer Gastronmie. 

21.11. 2010
Gold für den kalten Tisch

Ein erstes Zwischenziel ist erreicht: Gold für den Schautisch der Schweizer Kochnationalmannschaft! "Nach dem Zwischenfall mit dem Schaustück gestern habe ich nicht mehr richtig daran geglaubt, dass es für Gold reicht", so Teamchef Kilian Michlig. "Das heisst auch, dass der Tisch als Gesamtes sehr gut bewertet wurde!" Ist das Team also wieder auf Kurs? "Das kann man so sagen. Gestern war die Moral schon etwas am Boden. Aber die Nachricht Gold ist im wahrsten Sinn Gold wert für die Motivation. Jetzt gilt es heute, sich möglichst gut auszuruhen und morgen topfit an die Vorbereitung für das warme Programm vom Dienstag zu gehen."
 
Ebenfalls Gold holte das Schweizer Armeeteam gestern in der warmen Küche. Zudem gilt es, den weiteren Schweizer Teams die Daumen zu drücken. Heute stellt die Juniorennati ihren kalten Tisch aus und in den nächsten Tagen sind auch die Regionalteams von Aargau, Bern und Luzern im Einsatz. Mit den ersten Resultaten ist der Wettbewerb jetzt so richtig lanciert.
 
9.55 W. Schön 

20.11. 2010
Schaustück doch noch "gerettet"

Dank der Grosszügigkeit der Jury konnte das Team das kaputte Schaustück doch noch ausstellen. Die Jury erlaubte dem Schweizer Team, während drei Stunden an der Reparatur der zerbrochenen Preziose zu arbeiten. Resultat: Alle Teammitglieder und Assistenten stürzten sich in die Arbeit und vollbrachten in einem grandiosen Akt von Teamwork das Unmögliche: Ein fast neues Schaustück. Kommentar von Teamchef Kilian: "Ich hab in zehn Jahren Rohneköche nicht soviel über Schokolade gelernt wie in diesen drei Stunden." Und was passiert jetzt? Zumindest wird ein Teil des Schaustücks in die Jurywertung einfliessen, so dass zumidnest keine dicke Null bei der Bewertung steht. Fazit: Die Moral des Teams ist wieder im Steigen begriffen - umsomehr, als dass der Schautisch fast nur gelobt wird. So gesehen ist der Start in den Wettbewerb doch noch geglückt.

14.00 W. Schön

20.11. 2010
"Shit happens!"

Das ist der Kommentar von Teamchef Kilian Michlig zum zerbrochenen Schaustück. "Wir sind schon etwas geknickt. Denn dieser Fauxpas wird das Programm C drücken und wird uns wichtige Punkte im Kampf um die bestmögliche Rangierung kosten. Aber ich glaube, dass wir trotz allem eine gute Leistung gezeigt haben. Wie weit es jetzt noch reicht - schau 'mer mal!"  Jetzt wird sich die Jury den Tisch zur Brust nehmen. Fürs Team heisst es jetzt warten, warten, warten... Denn die Resultate sollen erst am Donnerstag bekannt gegeben werden.
 
7.41 W. Schön

20.11. 2010
Wettkampf kalt läuft auf vollen Touren

Seit heute 5 Uhr läuft der erste Wettkampf im kalten Programm für die Schweizer Kochnationalmannschaft auf vollen Touren. Allerdings ging das Ganze mit einem Schock los: Das Scho(c)koladenschaustück ging beim Platzieren auf dem Tisch in die Brüche. Entscheid: Reparieren nicht möglich, weglassen. Das wird Punkte kosten...
 
Ansonsten läuft der Wettkampf gewohnt professionell ab. Erneut erntete das Team mit dem äusserst professionellen Auftritt Lob und die speziell für die Jungs angefertigten Arbeitstische und -kisten sind DER Blickfang.
 
Wichtig ist aber, was auf den Tisch kommt. Hochkonzentriert arbeitet jeder an seinem Programm - und der Zeitplan stimmt. Vor Sieben sind bereits 80% der Teller auf dem Tisch - und noch bleibt Zeit bis 8 Uhr.
 
Es gilt: Daumen drücken...
 
W. Schön, 6.49 Uhr

11.11. 2010
Spannung steigt

Der Coutndown für die Koch-WM in Luxemburg von 20.-bis 23. November läuft auf vollen Touren. Die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen und die Teammitglieder fiebern dem langersehnten Ernstkampf entgegen. "Wir sind bei 90% Prozent unserer Leistungsfähigkeit angekommen", sagt Teamcaptain Friedrich Zemanek. "Die restlichen 10% sind von der Tagesform abhängig. Aber ich bin sicher, dass sich im Wettkampf jeder nochmals selbst übertreffen kann."
 
Will man den angestrebten Top-Drei-Rang erreichen, ist dies auch nötig. Denn mit Deutschland, Schweden, Kanada, USA, Dänemark oder Singapur sind die stärksten Teams der Welt an der WM vertreten. Rund 25 Nationalteams kämpfen um die besten Jurybewertungen.
 
Am kommenden Donnerstag wird das Team nach Luxemburg reisen, um am Samstag das kalte Program auszustellen. Am 23. November folgt dann der warme Wettbewerb und am 25. November werden die Resultate bekanntgegeben. Drückt den Jungs die Daumen!


 



24. April 2010
Der Löwe bleibt in Singapore

Singapore’s Nationalteam ist der Überflieger der Culinary Challenge 2010. Neben Nationenwertung, Pâtissierarbeit und kaltem Tisch gewinnt das Heimteam auch den Battle for the Lion. Die Schweiz belegt im Final den zweiten Rang.


Am Überflieger Singapore führte kein Weg vorbei. Die streng wertende Jury vergab sämtliche Höchstnoten an das Heimteam und verwies damit die anderen Nationen auf die Ehrenplätze. Damit gewinnt Singapore erstmals den Battle for the Lion. Wie schon vor vier Jahren beim letzten Battle wurden die Schweizer in der Nationenwertung Dritte, erkämpften sich im Battle for the Lion den zweiten Rang und verwiesen Deutschland, den Vizeolympiasieger und Battle-Titelverteidiger, auf Rang drei.

Trotz leiser Enttäuschung über den knapp entgangenen Sieg zeigte sich Team-Captain Friedrich Zemanek zufrieden: „Wir haben unser Ziel, den Final der besten Drei zu erreichen, geschafft. Und vor allem haben wir uns nach den Rückschlägen und Enttäuschungen beim kalten und warmen Programm nicht unterkriegen lassen, haben uns aufgerappelt, haben als Team gekämpft und sind mit der kaum noch erhofften Finalteilnahme belohnt worden.“ Dass der Löwe in Singapore bleibt, ist für Teamchef Kilian Michlig kein Problem: „Wir haben dem Sieger als gesamtes Team hoch erhobenen Hauptes gratulieren können. Denn wir haben uns einen fairen und guten Wettkampf geliefert. Die nächste Chance auf den Titel für ein Schweizer Nationalteam kommt bestimmt.“

Aufgekommene Kritik an der Jurywertung im Battle, die vom einen oder anderen Team geäussert wurde, wollte der Teamchef nicht bestätigen: „Sobald wir unsere Bewertungsdetails, das heisst die einzelnen Benotungen, haben, werden wir das Ganze mit etwas Abstand analysieren und unsere Schlüsse für den wichtigsten Wettkampf des Jahres im November in Luxemburg ziehen. Der Battle fort he Lion war ein fairer Wettkampf für alle.“

Klar ist, dass die Jury die Arbeit der Teams in allen Belangen bis ins Detail hinterfragte. So wurden die kalten Tische mehr als zwei Stunden lang genauestens unter die Lupe genommen. Auch kleine Fehler bei anscheinend weniger wichtigen Details, die bei einer schnelleren Beurteilung nicht zu Tage getreten wären, wurden bemerkt. Jurorin Jasmin Ng: „Asien ist ein anderer Kulturkreis und viele der Dinge, die auf den Tischen präsentiert wurden, waren mir als Jurorin zu wenig klar. Daher habe ich immer nachgefragt, damit das Team sich erklären kann. Ich habe in die Teams sehr hohe Erwartungen gesteckt und bin von einem hohen Niveau ausgegangen. Daher wird natürlich auch strenger juriert.“

Darin liegt denn auch der grösste Wert der Schweizer Reise nach Singapore: wichtige Erfahrungen als Nationalteam sammeln und für Luxembourg umsetzen. „Wir haben den Druck und die Erwartungen der Jury und des Fachpublikums so richtig gespürt“, erklärt Kilian Michlig. „Um zu überzeugen oder gar zu begeistern reichte es nicht mehr, die hohen Erwartungen zu erfüllen, man muss sie übertreffen. Für jeden im Team heisst das, für Luxembourg noch zwei Gänge höher zu schalten, noch sorgfältiger zu arbeiten und gleichzeitig noch mehr Risiken einzugehen.“

„Jetzt wollen aber alle im Teams nur noch zwei Dinge: Schlafen und dann nichts wie ab nach Hause in die Schweiz. Wir sind nach zehn Tagen konzentriertester Arbeit alle „uf em Nuggi“, erklärt Pâtissier Norbert Schwery. „In zwölf Jahren als Teammitglied habe ich noch nie einen anstrengenderen Wettbewerb erlebt als diesen hier in Singapore. Zur körperlichen Anstrengung kam hier der psychische Stress und das auf und Ab der Emotionen hinzu. Es ist höchste Zeit, zurück in den Alltag zu kommen und die Erlebnisse zu verarbeiten.“ Und dann beginnt schon Mitte Mai die Vorbereitung für Luxemburg. Denn auch im Kochen gilt: Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf!

Resultate der Culinary Challenge Singapore 2010

Team
 Kaltes
Programm
Warmes
Programm
 Nationen- wertung
Battle
for the Lion
Schweiz S S 2. 2.
Singapore
 G G 1. 1.
Deutschland G S 3. 3.
Neuseeland
 S G  
Australien
 S G  
Hongkong
 S S  
Tschechien
 B S  
Malaysia
 S S  

Waldemar Schön / Singapore / 24.4.2010



23. April 2010
Battle for the Lion – das bange Warten auf die Resultate

Der Battle for the Lion ist gekämpft! Das Schweizer Team hat sich gegen Singapore und Deutschland (Titelverteidiger) sehr gut geschlagen. Jetzt beginnt das lange Warten auf die Resultate.

Von 8 Uhr heute morgen Singapore-Zeit bis um 12 Uhr hat die Schweizer Nationalmannschaft alles gegeben. Teamchef Kilian Michlig: "Ich glaube, dass uns das Menü, das wir aus dem Mistery Basket zusammengestellt haben, gut gelungen ist." Für einen bekannten Schweizer Koch ("Bitte säg miin Namme nööd!"), der die Menüs aller drei Teams getestet hat, ist klar, dass es Rang eins oder zwei sein wird. Es gehe knapp aus zwischen Singapore und der Schweiz.

Jakosbmuschel und Heilbut auf einem Salat von Königskrabbe und Gemüse Rindsgerolltes mit Spargelfüllung, Pomme Savoyarde und Foie Gras Grieskegel mit Erbeerherz, Erdbeersalat und Schoko-Orangen Halbgefrorenes.

Das war das Dreigang-Menü, dass die Mannschaft gestern innerhalb einer Stunde aus dem für alle gleichen Misterybasket zusammengestellt und heute für 50 Personen (darunter 12 Jurymitglieder) gekocht hat. Jetzt ist die Spannung sehr hoch. Um 18 Uhr (12 Uhr Schweizer Zeit) heute Abend beginnt die Preisverleihung. Dann wird sich zeigen, ober der Löwe aus Singapore nach 12 Jahren wieder Schweizer wird.


Schweizer Team im Einsatz am Battle for the Lion beim Anrichten des Hauptganges.    



 
Schweizer Vorspeise, Hauptgang und Dessert am Battle for the Lion.

Waldemar Schön / Singapore / 23.4.2010



22. April 2010
Kochnationalmannschaft steht im Battle for the Lion

Hitchcock hätte es nicht spannender inszenieren können! Obwohl auch im warmen Programm nur Silber erkocht wurde, zieht die Schweizer Kochnationalmannschaft mit Singapur und Deutschland in den morgigen Battle for the Lion ein.

Ein extremer Tag im Zeitraffer.

5 Uhr: Material ist verladen, Transfer zum Messegelände beginnt.

8.00 Uhr: Die Küche ist fertig eingerichtet, das Material von der Jury überprüft, das Team ist bereit für den Kampf.

10.00 Uhr: Das Team ist sehr gut organisiert und der Zeitplan wird voll eingehalten.

12.00 Uhr: Das Team ist bereit zum Schicken.

12.30 Uhr: Die ersten Bestellungen treffen ein. Nach ein paar Tellern kommt das Team in den Rhythmus und es macht den Jungs sichtlich Spass. Die Teller sehen toll aus.

13.00 Uhr: Das erste Feedback von den Gästen, die das Schweizer Menü essen, ist sehr gut. Ideenreichtum, Anrichten und Geschmack werden auf der ganzen Ebene gelobt. Die Stimmung beim Team steigt, der Druck und die Anspannung lassen allmählich nach.

14.30 Uhr: Es ist geschafft, alle Teller sind geschickt und das Team gratuliert sich zu Recht zu einer tollen Leistung. Die Jury zeigt sich von der Organisation und den Arbeitsabläufen angetan - noch ist alles im grünen Bereich.

15.00 Uhr: Teamcaptain und Teamchef werden von der Jury ins Juryzimmer zur Menü-Besprechung gerufen.

15.15 Uhr: Kilian Michlig stürmt aus dem Juryzimmer, schmeisst seine Kochmütze in die Ecke und sagt: "Packt zusammen, morgen haben wir frei!" Bestürzung macht sich breit auf den Gesichtern des Teams und der angereisten WeKo-Mitglieder. Das Fleisch des Hauptganges sei überhaupt nicht nach dem Geschmack der Jury gewesen, berichtet Kilian dem Team. So was könne man nicht auf den Tisch bringen. Das Fleisch sei praktisch roh gewesen.

15.22: Ein Jurymitglied lässt sich entlocken, dass sie es lieber gesehen hätten, wenn das Fleisch gebraten und nicht Niedertemperatur gegart gewesen wäre.

15.30 Uhr: Alles ist verpackt, das Material ist auf dem Rückweg zum Hotel. Das Team steht völlig frustriert in der Messehalle. Leichte Hoffnung auf Gold im Warmen keimt totzdem auf. Das Dessert wurde von der Jury als das beste aller angetretenen Teams bezeichnet. Die Vorspeise sei auch gut gewesen. Aber der Hauptgang... Vielleicht reicht es doch zu Gold und dann vielleicht für den Final.

15.45 Uhr: Hammerschlag! Die Jurytafel verkündet, dass die Schweiz nur Silber gewonnen hat. Niemand im Team glaubt noch an eine Finalteilnahme. Die Stimmung liegt unter dem Gefrierpunkt, der eine oder andere kämpft mit den Tränen der Enttäuschung. Denn drei andere Teams (Deutschland, Neuseeland und Australien) haben einmal Gold und einmal Silber. Niemand glaubt, dass die addierten Punkt von zwei Silberprogrammen reichen, um in der Endabrechnung Gold zu schlagen.

16.15 Uhr: Das Team nimmt die Silbermedaille entgegen - gesenkten Hauptes aber doch stolz auf die Schweizer Farben. Tröstenden Worte von den deutschen Köchen helfen im ersten Augenblick auch nichts.

16.20 Uhr: Otto Weibel tritt aufs Podest und kündet die Nominierung der Finalteilnehmer für den Battle for the Lion an. Die Teammitglieder hören gar nicht hin, sind zu enttäuscht über die Resultate. Neuseeland, Deutschland und Australien hoffen. Denn alle wissen: Als einziges Team mit zweimal Gold ist Singapur sicher im Final. Doch wer noch?

16.21 Uhr: Otto Weibel verkündet als erstes die drittplatzierte Mannschaft. "Als drittplatziertes Team hat es in den Final geschafft ... die Schweiz!" Ungläubiges Staunen und dann folgen auf den tiefsitzenden Silberschock die erleichterten Freudenschreie des Teams. Man liegt sich in den Armen und weiss nicht, wie einem geschieht. Deuschland und natürlich Singapur sind die morgigen Gegner.

16.45 Uhr: Otto Weibel erklärt die Wettkampfregeln: 1. Jedes Team erhält den gleichen Warenkorb. 2. Jedes Team hat dann eine Stunde Zeit, ein Dreigangmenü zu schreiben, das morgen aus diesem Warenkorb hergestellt werden wird. 3. Jedes Team erhält eine Küche zugelost, in die es morgen keine zusätzlichen elektrischen Geräte mitbringen darf. Gekocht wird mit sechs Herdplatten, einem Ofen und einem Grill. 4. Gekocht wird für 50 Personen von 8 Uhr bis 12 Uhr. Ab 12 Uhr wird geschickt. 5. Die 12 Juroren sitzen im Restaurant mit den anderen Gästen und wissen nicht, von welchem Team das Essen kommt, das er gerade geniesst und bewertet. 6. Bewertet werden Ideenreichtum (20%), Präsentation (30%) und Geschmack (50%).

17.00 Uhr: Das Team macht sich an die Öffnung des Warenkorbes und macht sich Gedanken zum morgigen Menü.

18.00 Uhr: Das Menü steht (darf hier natürlich noch nicht veröffentlicht werden).

19.00 Uhr: Das Team ist zurück im Hotel, wo die Teamassistenten eine feines z'Nacht vorbereitet haben.

20.00 Uhr: Das ganze Team hockt gesättigt bei einem Glas Wein und ist gedanklich schon beim morgigen Tag...

21.00 Uhr: Tüftel..tüftel...tüftel...

23.00 Uhr: zzzzzzzzzzzzzzzzzzz.....

Waldemar Schön / Singapore / 22.4.2010



21. April 2010
Der Tag danach...

Unterstützung zum ersten: Gestern war der Schweizer Botschafter in Singapore, Jörg Al. Reding, zu Gast beim Ausstellungstisch der Schweizer Kochnationalmannschaft und hat das Team auch aus diplomatischer Sicht in Singapore willkommen geheissen und ihm viel Erfolg gewünscht.

Unterstützung zum zweiten: Schön, dass von allen Seiten Unterstützung via Email bei uns eintrifft. Z.B. Verbandspräsident George Knecht verfolgt unseren Auftritt von der Schweiz aus mit viel Interesse und die WeKo-Mitglieder vor Ort lassen die besten Glückwünsche für morgen ausrichten.



Hoch hinaus: Als angenehme Abwechslung und Ausbruch aus dem Küchenalltag genossen hat das Team das Fotoshooting auf dem Dach des 71stöckigen Swisshotels, wo neue Teamaufnahmen und Potraits gemacht wurden. Hoch hinaus muss denn auch das Motto für morgen sein. Das Dach mit seinem Helilandeplatz in rund 280 Metern Höhe ist sonst nur für ganz wichtige VIP's zugänglich - ein Ausdruck der Wertschätzung, die dem Team in Fairmont und Swisshotel entgegengebracht wird.

Schlafen zu Ersten: Mal wieder richtig und lange schlafen war angesagt. Todmüde sind gestern gegen 23 Uhr alle ins Bett gesunken und haben "wie ein Stein gepennt", wie es Andreas williner heute auf den Punkt gebracht hat. Die gestrige Enttäuschung ist vorbei und nach Aufräumarbeiten ist das Team zur Zeit damit beschäftigt, das mise en place für die warme Show von Morgen vorzubereiten.

Schlafen zum Zweiten: Dass die anderen Teams auch nicht schlafen, hat gestern neben Singapore mit Gold auch das Team von Neuseeland gezeigt, das für seinen warmen Auftritt von allen Seiten sehr gelobt wurde.

Schlafen zum Dritten: Das wiederum heisst für unser Team, dass fertig ist mit Schafen, sondern dass heute und vor allem Morgen Vollgas auf dem Programm steht.

Schlafen zum Vierten: Andererseits kann es durchaus sein, dass wir noch über den Sonntag (unser eigentliches Abflugdatum) hinaus in Singapore werden schlafen müssen. Wir wurden vom Schweizer Botschafter informiert, dass Singapore Airlines zuerst die wegen der Flugsperre in Europa vor Ort gestrandeten Passsagiere in die Schweiz zurückfliegt und dann die anderen. Aber ehrlich gesagt - es gibt schlimmere Orte auf der Welt, wo wir stranden könnten, als Singapore mit seinen ungezählten Annehmlichkeiten.

Waldemar Schön / Singapore / 21.4.2010



20. April 2010
Silber im kalten Programm

Dämpfer für die Kochnationalmannschaft. Enttäuscht nahm sie zur Kenntnis, dass ihr kaltes Programm von der Jury "nur" mit Silber belohnt wurde. Hongkong erhielt ebenfalls Silber, Singapore schnappte sich Gold.

"Natürlich sind wir vom Resultat enttäuscht, da wir nach den Gesprächen und dem Feedback der Jury mit mehr gerechnet hätten", so Teamchef Kilian Michlig. "Aber verloren ist noch nichts. Jetzt kommt es, wie wir erwartet hatten, auf das warme Programm drauf an."

Bereits heute um 5 Uhr stand das Team in der Küche, verlud die vorbereiteten Waren und begab sich ins Expo-Gelände. Die meisten Teammitglieder waren gar nicht ins Bett gekommen sondern hatten die ganze Nacht durchgearbeitet. Ab 7 Uhr wurde mit dem Anrichten und dem Bestücken des Tisches begonnen, der püntlich um 9 Uhr fertig war.

Mehr als zwei Stunden liess sich die Jury bei der Bewertung der drei Tische von Hongkong, Singapore und der Schweiz Zeit. Bei der Jurybesprechung wurde der Hang der Schweizer zum Detail gelobt, auf der anderen Seite kritisiert, weil dies zu aufwendig sei. Etliche Punkte wurden gelobt, aber auch weitere Kritik musste das Team akzeptieren. Um 16 Uhr Ortszeit erfolgte die Prämierung des kalten Tisches und leicht geschockt ob des Jury-Verdiktes nahm das Team die Silbermedaille entgegen.

Noch nicht bekannt ist die Punktzahl der Teams. Kilian Michlig: "Jetzt gilt es, im warmen Programm Vollgas zu geben und dort den Rückstand wett zu machen. Verloren ist noch gar nichts und wir halten unser Ziel, unter die ersten Drei zu kommen und uns damit für den Battle for the Lion zu qualifizieren, fest im Auge."

Morgen wird das Team sich auf den warmen Wettkampf vorbereiten, der am Donnerstag Morgen Ortszeit Singapore beginnen wird. Fünf Stunden hat dann das Team Zeit, sein Dreigangmenü für 80 Personen zuzubereiten.

Waldemar Schön / Singapore / 20.4.2010



19. April 2010
Der Teufel liegt im Detail

Eine perfekte Präsentation beginnt mit der Auswahl der Produkte, geht über die sorgfältige und gekonnte Zubereitung und endet mit dem perfekten Anrichten. Doch dazwischen liegt die heikelste Aufgabe – das Gelieren. Geht hier etwas schief, beginnt man wieder bei Null.
Eigentlich tönt es ganz einfach: Komponente vorbereiten, drei bis vier Mal in warme Gelatine eintauchen und jeweils erkalten lassen, Ränder nachbehandeln, fertig. Doch welche Gelatinetemperatur ist die ideale, bildet die Gelatine Luftbläschen, verlieren die Komponenten beim Gelieren die Form, wird die Farbe negativ beeinflusst, halten die Teile beim Gelieren zusammen? Fragen, die über sein oder nicht sein eines Ausstellungsstückes entscheiden.


Die Gelatine wird vorbereitet und auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Je nach Bedingungen (z.B. Luftfeuchtigkeit und Aussentemperatur) kann diese zwischen 34 und 39 Grad Celsius liegen. Bereits bei der richtigen Temperaturwahl entscheidet sich die Gelierqualität.

Alle Kanten und Ecken der Einzelteile werden zuerst von Hand mit einem kleinen Pinsel mit Gelatine eingepinselt und dann gekühlt. Mit einer speziellen Gabel wird dann Stück für Stück ganz in die warme Gelatine eingetaucht. Wichtig: Eventuelle Hohlräume müssen sich mit Gelatine füllen, damit es keine Lufteinschlüsse gibt (dieser Vorgang wird je nach Notwendigkeit drei bis vier Mal wiederholt und die Teile dazwischen immer wieder gekühlt).

Dann lässt man die Gelatine von den Einzelteilen abtropfen...

...und legt sie vorsichtig auf eine Unterlage. Dort wird die Qualität geprüft und eventuelle Lufteinschlüsse mit einem kleinen Gasbrenner entfernt. Dann kommt das Ganze vor dem nächsten Geliergang in die Kühlkammer.

Kleinere Teile wie Gemüse, Salatblätter oder Dekorationen werden auf Zahnstocher aufgesteckt, auf einer Sagexplatte aufgereiht und gleichzeitig in die Gelatine getaucht. Nach dem Gelieren müssen bei jedem einzelnen Teil die Kanten geschnitten und wenn nötig mit einem Pinsel nachgebessert werden. Der Gesamtaufwand fürs Gelieren und Perfektionieren eines ganzen Programms beträgt zwischen 18 und 24 Stunden. Gestern war das gesamte Team von 6 Uhr morgens bis um Mittenracht am Gelieren und war heute morgen um halb fünf wieder in der Küche zum dritten Geliervorgang.

Waldemar Schön / Singapore / 19.4.2010



18. April 2010
Wird der Löwe wieder Schweizer?

Alle vier Jahre bietet sich der Weltelite der Kochkünstler in Singapore die Chance zum Kampf der Löwen – dem Battle for the Lion. Vom 20. bis 23 April 2010 gehört die Schweizer Kochnationalmannschaft zum Favoritenkreis.

Zwölf Jahre sind es her, seit eine Schweizer Kochnationalmannschaft den „Battle for the Lion“ in Singapore für sich entscheiden konnte. Zwar gewann man 2002 die Gesamtwertung der Nationen des Culinary Challenge, aber im direkten Dreikampf der stärksten Nationalteams, im Battle for the Lion, unterlagen seit 1998 die Schweizer Teams den anderen Nationen.

Löwe in die Schweiz holen
Geht es nach dem Willen des Teamchefs der Kochnationalmannschaft, Kilian Michlig, soll sich dies in diesem Jahr ändern. „Wir sind für unseren ersten Ernstkampf als Nationalmannschaft nach Singapore gekommen und wollen die Chance packen, den Lion zurück in die Schweiz zu holen.“ Natürlich sei man sich bewusst, dass dies ein hoher Anspruch sei. „Aber wir reisen nicht mit 11 Mann und 3,5 Tonnen Material 12'000 Kilometer weit nach Singapore, um einfach dabei zu sein. Wir wollen einen Platz unter den ersten drei Teams erreichen und wenn möglich den Löwen in die Schweiz holen.“

Schweizer Köche weltweit vertreten
Um dieses Ziel zu erreichen, liessen die Teammitglieder und Assistenten der Kochnationalmannschaft (bestehend aus dem ehemaligen Walliser Kochteam Rhoneköche) in den vergangenen zwölf Monaten fast nichts unversucht. In einem Dutzend warmen und kalten Testläufen wurde an den Gerichten und Menüs gefeilt, wurden Experten des Kochverbandes zu Rate gezogen und Vergleiche mit anderen Nationen gemacht. „Zwischen 500 und 600 Arbeitsstunden hat jedes Teammitglied in den Wettkampf in Singapore investiert“, so Teamchef Kilian Michlig. „Und alles basiert auf freiwilliger Arbeit und für den Lohn der Ehre, die Schweizer Kochkunst weltweit an der Spitze zu halten.“ Dies ist die Nationalmannschaft gewillt, in Singapore zu tun. Die Vorbereitungen laufen sehr gut, die Stimmung passt und im Fairmont Hotel ist man auch Dank Otto Weibel bestens aufgehoben. Der Wettkampf kann kommen.

Waldemar Schön / Singapore / 18.4.2010



17. April 2010
Rest der Schweizer Delegation angekommen

Quasi auf den letzten Drücker hat es heute auch der Rest der Schweizer Delegation geschafft, Singapore zu erreichen – mit dem letzten Flug aus Zürich. Mit den WeKo-Mitgliedern Franz Jonke, Adrian Bader und René Frei und dem eXpresso-Journalisten Marc Benedetti schaffte es der Rest der Schweizer Delegation nach Singapore. Kurz bevor auch der Flughafen Zürich geschlossen werden musste, nutzten sie den letzten Flug in Richtung Fernost. Vor allem die Anwesenheit von Adrian Bader, der die Kochnationalmannschaft in den letzten Monaten eng begleitet hat, ist für das Team wichtig. Zudem war er Mitglied der letzten Kochnationalmannschaft, die am Culinary Challenge Singapore angetreten und damals (vor vier Jahren) hinter Deutschland den zweiten Rang belegte. Somit kann Adrian Bader aus erster Hand Erfahrungen und Wissen an das Team weitergeben.

Das Team selber ist zur Zeit voll am Produzieren des kalten Programms, das am kommenden Dienstag ausgestellt wird. Mit einigen wenigen Ausnahmen konnte das fehlende Material in Singapore beschafft werden. Erstaunlicherweise sind aber Waren wie Mini-Auberginen, geräucherter, weisser Fisch oder typisch rote Crevetten hier nicht erhältlich. Dies fordert dem Team einiges an Improvisationsvermögen ab. Grundsätzlich gilt aber: Alle Teammitglieder sind mit ihren Programmteilen im Zeitplan oder sogar etwas voraus. Auch wenn die Pâtissiers wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und heissen Temperaturen etwas nervös sind, ist das Team voll motiviert und die Stimmung ist ausgezeichnet. Go for the best – dieses Ziel steht nach wie vor im Vordergrund.

Waldemar Schön / Singapore / 17.4.2010



16. April 2010
Kochteams hängen an Flughäfen fest 

Der Vulkanausbruch in Island geht auch am Culinary Challenge Singapore nicht spurlos vorbei. Europäische Teams hängen an Flughäfen fest. Betroffen sind die Nationalteams von Deutschland, Tschechien und Wales, die wegen der über Nordeuropa liegenden Aschewolke nicht abfliegen können. In Singapore herrscht derweilen bei den Organisatoren etwas Hektik. Auch für das Schweizer Team ist die Situation nicht einfach. Denn es stellt sich die Frage, ob der Wettbewerb überhaupt noch stattfinden kann. Die Organisatoren sagen, dass er auf keinen Fall abgesagt wird. Aber natürlich wäre es schade, wenn mit Deutschland der auf dem Papier stärkste Gegner der Schweizer fehlen würde.

Waldemar Schön / Singapore / 16.4.2010



16. April 2010
"Jeder weiss, worum es geht!" 

Nach zwei Tagen der Akklimatisierung und der Warenbeschaffung, gilt ab heute die Konzentration des Teams nur noch dem Wettbewerb. Teamchef Kilian Michlig nimmt Stellung.

Zwei Tage ist man das Ganze etwas lockerer angegangen. Doch jetzt gilt's?
Kilian Michlig: Jedes Teammitglied weiss, dass wir nicht zum Vergnügen nach Singapore gekommen sind. Wir wollen hier unter die ersten drei kommen, um am Battle for the Lion, dem Wettkampf der drei besten Teams, mitmachen zu können. Die Anklimatisierung ist vorbei und jetzt gilt es, volle Leistung zu bringen. Denn wir fliegen nicht um die halbe Welt, um uns hier ein paar schöne Tage zu machen.

Wie präsentieren sich die Arbeitsbedingungen vor Ort?
Kilian Michlig: Die sind sehr gut. Wir sind mit den Küchenräumlichkeiten des Fairmont Hotels, dessen Küchen ja auch unter der Leitung von Otto Weibel stehen, sehr gut bedient und haben beste Arbeitsbedingungen. Die Hilfsbereitschaft der Hotelangestellten ist enorm und was wir an Ware auf den lokalen Märkten nicht beschaffen können, das besorgt uns Otto Weibel frei Haus.

Alles ist also bereit für einen erfolgreichen Wettkampf?
Kilian Michlig: So gesehen ja. Wenn wir nicht einen "dicken Bock" schiessen, sollten wir vorne mitmischen können. Aber wir werden nicht den Fehler machen, die anderen Teams wie Deutschland, Singapore oder Hongkong zu unterschätzen. Mit Deutschland ist der Vizeolympiasieger am Start – das wird kein Zuckerschlecken, an denen dranzubleiben.

Waldemar Schön / Singapore / 16.4.2010



15. April 2010
Wer sucht, der findet – und andere Anekdoten!

Suchen zum Ersten: Eigentlich war nur ein kühler Ort mit einem noch kühleren Bier gefragt. Gefunden wurde aber ein etwas heisserer Ort mit noch etwas angwärmteren Damen. Auf der Suche nach einem kühlen Bier vertrauten die Kochhaudegen Lokalem und anscheinend  vertrauenswürdigem Führerrat – um sich nach einer Stunde durch die Stadt irrend in einem einschlägigen Etablissement wiederzufinden. Dieses wurde natürlich standesgemäss unter Protest verlassen, um in weniger anzüglicher Umgebung doch noch dem Biergenuss zu fröhnen.

Suchen zum Zweiten: Trotz gewaltigem Angebot an Essbarem in der ganzen Stadt wurden die Nationalköche heute im Supermarkt nicht in allen Bereichen fündig. Was schon in der Schweiz befürchtet worden war, trat ein: Einige Produkte sind hier fast nicht zu bekommen. Wie gut, dass einige der benötigten Dinge unter Hosen und Jacken versteckt den Weg nach Singapur bereits gefunden haben. Erstaunlich: Eine gescheite Seezunge ist fast nicht zu bekommen. Hingegen findet man hier in jedem Supermarkt Fertigfondue von Emmi – die Globalisierung lässt grüssen!

Suchen zum Dritten: Schreibender hat auch gesucht – nach einem frischen Durstlöscher – und wurde in der Hotel-Lobby in Form eines Tiger-Biers fündig. Dankbar ob des Gestengeschmacks genoss er den Saft – bis die Rechnung kam. 22 Dollar oder umgerechnet 17 Franken kosteten die drei Deziliter einheimischer Biergenuss. Fazit: Künftig schlürfe ich ein Glas Champagner – das kostet nämlich "nur" 19 Dollar.

Suchen zum Vierten: Nicht ganz einfach ist auch die Suche nach einem feinen Gipfeli am Frühstücksbuffet. Dies liegt aber nicht an der mangelnden Auswahl sondern vielmehr daran, dass das Frühstücksbuffet des "Fairmont" geschätzte 60 Meter lang ist und sich die Augen vor lauter Auswahl kam zurechtfinden können.

Waldemar Schön / Singapore / 15.4.2010



13. April 2010
Kochnationalmannschaft auf dem Weg zum
Culinary Challenge Singapore 2010


Erste internationale Herausforderung für die Schweizer Kochnationalmannschaft!
In Singapore trifft die neue Schweizer Kochauswahl erstmals im Ernstkampf auf die Konkurrenz. Ziel: Im kalten und warmen Wettbewerb einen Platz auf dem Podest erreichen, um beim Battle for the Lion der drei besten Teams mit dabei sein zu können. Während ein Teil des Teams Singapore bereits am Montag erreicht hat, wird der zweite Teil der Mannschaft morgen Mittwoch nach Asien aufbrechen. Bereits vor Ort in Singapur sind rund 3,5 Tonnen Material, mit dessen Hilfe das Team das Wettkampfglück auf seine Seite zwingen will.

An dieser Stelle erscheinen jeden Tag bis zum Ende des Wettkampfs am
23. April News, Berichte und kleinere oder grössere Geschichten rund um das Team der Schweizer Kochnationalmannschaft. Also: Daumen drücken für die Jungs in Singapore!

Waldemar Schön / Luzern / 13.4.2010